Dienstag, 22. November 2011

Das Jedentagzehnreihenprojekt

Die letzten fertig gestellten Strickstücke sind ja alle sehr schön, ich mag sie total. Eins haben sie gemeinsam: unzählige glatt-rechts Strecken. Zwar sehen die Teile keineswegs langweilig aus, sie bieten jedes für sich einen gewissen Pfiff durch kleine Details. Das Stricken allerdings zieht sich irgendwann ein wenig in die Länge.
Daher war es an der Zeit mal wieder ein Stück zum Nachdenken anzuschlagen.
Eigentlich hatte ich große Lust auf Zöpfe, es gibt auch durchaus etliches gezopftes auf meiner gedanklichen to-do Liste. Trotzdem hat mich keines so richtig "angesprungen", teils fehlte auch einfach das passende Garn.
Allure jedoch erschien mir gut geeignet, Löcher statt Zöpfe -  why not?
Weil der Pulli schon im letzten Winter ganz oben auf meiner Wunschliste stand war auch schon ein geeigneter Wollvorrat vorhanden.

Warum ich nun eigentlich lieber Zöpfe statt Löcher stricke wurde mir mal wieder recht schnell klar.
Für Lace-Muster fehlt mir scheinbar die gewisse Vorstellungkraft, es fällt mir schwer mich in die Muster hinein zu denken und sie auch weiter zu denken. Da braucht es schon gerne mal zwei, drei Musterfolgen, bis es im Oberstübchen leicht "klick" macht und dann ... dann kommen Taillenab- und wieder Zunahmen, Armauschnitte, Halsausschnitt und ich könnte schier die Krise bekommen wenn das Muster angepasst werden soll.


Um den Elan nicht ganz zu verlieren, habe ich die gute Erfahrung bei Emily bezgl. Ziele setzen kurzerhand auch hier direkt mal angewandt: ein Musterrapport geht über 10 Reihen, mein Ziel: jeden Tag 10 Reihen stricken!
Hört sich vielleicht ein wenig nach "mühsam ernährt sich das Eichhörnchen" an, ist aber genau richtig. Denn manches Mal liegen die Nerven nach diesen 10 Reihen schon blank *g*
Bis zum nächsten Tag sind sie dann wieder beruhigt und die nächsten 10 Reihen werden angegangen. Immerhin habe ich auf die Weise das Rückenteil innerhalb 2 Wochen (fast) fertig :)


Ach ja: ganz wichtig ist für mich in diesen Tagen mein Zweit-Projekt. Mindless. Mit langen glatt-rechts-Strecken.Quasi als Ausgleich. Ihr versteht.

Sonntag, 20. November 2011

Grauer Nebel, lichte Runde

Wenn sich der Lebensmittelpunkt wieder in die heimelige Stube verlagert und die Gartenmöbel nur noch zu Dekorationszwecken draußen stehen, dann freut man sich auf gesellige Runden im Kerzenschein mit lecker Essen - für das ich in dieser Jahreszeit irgendwie eher bereit bin, Stunden in der Küche zu verbringen, als in den Sommermonaten.


Mein persönlicher kulinarischer Einstieg in die Winterzeit wurde durch einen großen Schmortopf Rotkohl mit Reh begangen. Ursprünglich hatte ich das Rezept mal bei alfredissimo gefunden, dort sind aber leider die Archive nicht mehr abrufbar.
Dies Gericht ist so einfach zu kochen wie köstlich (der Clou sind die getrockneten Feigen!), lässt sich perfekt vorbereiten und wenn man zusätzlich ein paar Brezenknödel vorbereitet hat, benötigt man zum Empfang der Gäste eigentlich nur noch eine heiße Pfanne mit Butter, zum Braten der Knödelscheiben und der Schmortopf schmort ja sowieso...
Fürs Auge hatte ich noch ein wenig Farbe durch eine kleine Feldsalatbeilage auf die Teller gebracht.
Fotos?...Sorry.
Lediglich das Dessert hat es vor die Linse geschafft.
Ebenfalls komplett am Vortag zuzubereiten und damit super Gastgeberfreundlich: Semifreddo von Ziegenkäse mit Rotweinbirnen. So schmeckt der Winter!


Die Anregung für das Semifreddo habe ich hierher. Das Birnenkompott ist das dort empfohlene von Schuhbeck. Eine wirklich gelungene Kombination!

Sonntag, 13. November 2011

Emily

Langer Atem, zum Schluss eine gute Prise Disziplin und ein konkret gestecktes Zeit-Ziel waren nötig, um diesen Pulli endlich fertig zu stellen. Seit Beginn im August letzten Jahres habe ich immer mal wieder einen kleinen Strickschub für Emily gehabt, aber dauernd haben sich andere Projekte dazwischen geschoben.
Schade eigentlich, denn das Teilchen ist recht schön geworden und ich hätte es gerne schon mal eher getragen....





Anleitung: 'Emily' von Kim Hargreaves
Material: Rowan Kid Classic, 70% Wolle, 26% Kid-Mohair, 4% Nylon, Fb. "oats"
Größe: xs
Verbrauch: 350 Gramm
Nadeln: 3,5 + 4,5 mm


Montag, 7. November 2011

So simpel: Pulswärmer

Das Gute liegt oft so nah und doch braucht man manches Mal Ewigkeiten um es (für sich) zu entdecken.
Handstulpen habe ich schon etliche gestrickt - nur nie für mich.
Jetzt aber begab es sich zu der Zeit, dass die Schreibtischplatte im Büro Temperaturen annahm, die meinen Puls (welches ja genau der Part ist, der beim Tastaturschreiben und Mausführen aufliegt) deutlich runterkühlten. Brrrr, das bringt den ganzen Körper zum Frösteln.
Was her musste, waren Indoor-taugliche Pulswärmer (ja: PULS-wärmer!).
Kein großes Ding, man braucht auch eigentlich keine Anleitung: einfach Maschen anschlagen und in Runden so hoch stricken wie man will, abketten, fertig. Dennoch habe ich mich an Toast orientiert, der Bequemlichkeit halber.
Ich bin schlichtweg begeistert, wie mit dermaßen kleinem Aufwand (die Dinger waren an einem Abend fertig!) ein so großer Nutzen erzielt werden kann: die kalte Schreibtischplatte kann mir nichts mehr anhaben, mein Idlewood ist jetzt 100% wintertauglich (denn vorher fehlten mir einfach irgendwie die 'Ärmel') und ein nettes Accessoire ists obendrein. Dass diese Stulpen keinen Daumen haben sehe ich übrigens als Vorteil, so sind sie wunderbar flexibel und je nach Fröstelfaktor mal höher oder tiefer zu ziehen.


Anleitung: Toast von 'a friend to knit with'
32 Maschen angeschlagen, 29 cm glatt rechts gestrickt, abgekettet
Material: Cascade 220, Fb. 9459
Verbrauch: 50 Gramm
Nadeln: 5 mm

* * * * * * * * * * * * * * 

Ein ganz ganz großes Dankeschön für eure lieben Kommentare zum vorigen Post!! Über jeden einzelnen habe ich mich riesig gefreut - so ein Feedback tut schon irgendwie gut (vor allem, wenn frau überwiegend von Männern umgeben ist, die nicht mal erkennen wenn etwas selbstgestrickt ist ;-)  )

Dienstag, 1. November 2011

Driven


Ein neues Design von Veera Välimäki! Irgendwie sind ihre Entwürfe genau mein Ding, genau die richtige Mischung aus Sportlichkeit und Chic.
Diesen Cardi habe ich gesehen und, ja, hatte direkt ein Bild von mir und ihm im Kopf ;-)




In einer meiner gut gefüllten Wolltruhen (im Strickjargon auch "Stash" genannt...) war passendes Garn vorhanden, ich habe mich für die Lana Grossa 'Royal Tweed' in Petrol entschieden. Diese Merino-Wolle finde ich uneingeschränkt empfehlenswert - weich, warm, gut zu verstricken, pflegeleicht (und diesmal komplett knotenfrei!!)





Anleitung: Driven von Veera Välimäki
Material: Lana Grossa 'Royal Tweed', 100% Merino, in Petrol (Fb. 31)
Größe: s, 34"
Verbrauch: 350 g
Nadeln: 5,5 mm
Modifikation: Ärmel etwas länger gestrickt, sonst keine